Sonntag, 10. Oktober 2010

Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini

Oahu begruesste uns dann erstmal mit einem heftigen Regenschutt, den wir aus dem Bus geniessen konnten. An unserem Hotel angekommen war alles wieder vorbei und die Luft trotzdem angenehm warm. Die erste Handlung war nach dem Check-In wiederum mal die Nahrungssuche. Letztendlich haben wir uns dann jeder ein Eis gejagt und Waikiki erkundet.



Gefuehlte 75% der Leute dort waren Japaner und ganz viele Schilder und Informationen sind zweissprachig. Nachdem wir im Internet Nichts zu einem 2. Pearl Harbor gefunden haben, waren wir uns sicher, dass das alles Touristen und keine Besatzungsmaechte waren :-)
Ganz gross unter den einen-auf-der-Strasse-Anquatschern waren die, die einen in eine Shooting-Range locken wollten, wo man mit jeder Waffe, die es so gibt, rumschiessen konnte (waere mal interessant, ob das etwas mit japanischen Waffengesetzen zu tun hat...)

Den Tag ausklingen lassen haben wir am (5 Minuten von unserem Hotel entfernten) legendaeren Waikiki-Beach. Rudelweise Surfer tummelten sich im Wasser und als der Sonnenuntergang sich naeherte, wurden Busladungen an Japanern an den Strand gespuckt. Die hatten die Rechnung aber ohne ein paar freche Wolken gemacht, die sich kurz vor dem Eintauchen des Feuerballs ins kuehle Nass (das waren die poetischen 15 Sekunden fuer heute) vormogelten. Das Gleiche passierte uebrigens die naechsten 2 Abende wieder...



Chinatown, Downtown-Honolulu und ein Pow-Wow von Native Americans, welcher in einer Broschuere gross beworben wurde, standen am naechsten Tag auf dem Programm. Kurz: Viele Asiaten, interessante Dinge zu essen, King-Kamehameha, der Iolani-Palace und eine Enttaeuschung mit ein paar Indianern, die auf einer Wiese sassen und von einem Pow-Wow (was auch immer das genau sein soll) nichts zu spueren war.
Spaeter gesellten wir uns dann zu den Schoenheiten (uns eingeschlossen) an Waikiki-Beach und haben wiederum das Japaner-Sonnenuntergangs-Spektakel bewundert.
Obwohl es sehr touristisch ist, kann auch Honolulu/Oahu seine Natur-Vergangenheit nicht leugnen. So sind wir dann auf den Diamond Head (ehemaliger Vulkan - heute Navy-Stuetzpunkt *g*) gewandert. Leider hatten diese Idee noch so viele andere Leute, dass man in einer grossen Menschenkette gelaufen ist und wir ab und zu einem Ueberholmanoever angesetzt haben. Die Aussicht hat sich nichtsdestotrotz gelohnt, den man hatte einen Rundumblick auf das aquamarin-tuerkisene Meer, Waikiki und auch die Hochhaeuser von Honolulu-Downtown.




Nach dieser "anstrengenden" (Olli ist mit Flip-Flops auf den Berg) Wanderung sind wir zum Enstpannen an den "Sandy Beach" gefahren. Dort waren vor allem Locals am Start, die Wellen haben die eher unerfahrenen Gaeste regelmaessig von den Fuessen geholt. Eigentlich konnte man dort nur mit Body-Board, Schwimmflossen und viel Erfahrung das Wasser anstaendig "verwerten", es hat uns aber viel Spass gemacht, den anderen beim "Untergehen" zuzugucken :-)



Nach einem weiteren Sonnenuntergangsspektakel gab es dann SEHR leckere Burger in der Cheesecake Factory - und da wir dem leckeren Kuchen nicht widerstehen konnten, unsere Maegen allerdings zum Bersten gefuellt waren, haben wir uns einen Apfel-Walnuss-Kaesekuchen fuer den naechsten Tag in unseren Hotelzimmerkuehlschrank gelegt.



Am letzten "vollen" Tag auf Oahu haben wir mit einem einzigen Busticket die gesamte Insel umrundet. Damit wir uns nicht erkaelten (Busse sind auf 17 Grad klimatisiert), sind wir an einem der noerdlichsten Straende ausgestiegen (Turtle Bay) und haben dort einen 2-stuendigen Zwischenstopp eingelegt. Dies war sehr entspannend - keine Japaner und generell wenig Betrieb, dafuer haben uns 2 gute Buecher und schattenspendendende Palmen den Aufenthalt versuesst.



Nach 10 Tagen Hawaii ging es dann wieder zum Flughafen - Fiji hat auf uns gewartet....

Aloha

Wir befinden uns inzwischen zwar schon 2 Stationen weiter, wollen euch unsere Erlebnisse im Aloha-State aber nicht vorenthalten.
Angefangen hat es in Captain Cook, von wo unser letzter Eintrag kam. Nachdem wir am Flughafen einen Mietwagen gekriegt haben, der noch die Rechnung von 3 Wochen vorher drin liegen hatte (es war also ein Neuwagen), sind wir zu Walmart gefahren, um uns ein bisschen zu verpflegen. Man hoert zwar viel von den tropischen Fruechten, die auf Hawaii so wachsen, aber der ganze Walmart, der ungefaehr die Groesse der Koelnarena (ok, etwas uebertrieben...) hatte, hat keinerlei Frischobst angeboten. Das Obstigste, was es gab, waren wahrscheinlich die "Fruchtsaefte" mit 5% Frucht und 95% Zucker drin.
Diese Enttauschung wurde dann abends aber wieder wett gemacht und uebertroffen: Suzette, die in unserem Bed and Breakfast fast alles schmeisst (den Rest macht der Besitzer, Eric), hat uns lauter Fruechte gezeigt und essen lassen, von denen wir noch nie etwas gehoert hatten. Und sie kamen auch noch direkt von der Farm um das Haus herum. Wer von euch hat z.B. schon mal was von Rambutan, Jackfruit, Lilikoi oder Cubanas gehoert? Und frisch gepflueckte Guaven, Papayas, Mangos und Sternfruechte hat man auch nicht jeden Tag auf dem Teller. Wir waren auf jeden Fall frisch mit Vitaminen versorgt und konnten unsere Suite beziehen. Das B&B ist relativ neu, daher sind die Preise sehr guenstig und wir haben es schon fast bereut, nur eine Nacht dort zu bleiben. Unseren urspruenglichen Plan, direkt morgens frueh weiter zu fahren, haben wir jedenfalls angesichts des Super-Fruehstuecks und einer Fuehrung ueber die Farm, die Eric mit uns gemacht hat, aufgegeben. Selbst geerntete Macadamianuesse und Mangos und Kaffeebohnen im Rohzustand wie auch sonst zu sehen, wie und wo das alles waechst, was man in Deutschland nur im Obstregal findet (wenn ueberhaupt), war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung!



Weiter ging es dann Richtung Sueden, wo ich das erste Mal in einem Automatik-Auto gefahren bin (und Olli keine Kommentare zum wann-soll-geschaltet-werden machen musste). Generell ist die Big Island landschaftlich sehr abwechslungsreich: Kaffeeplantagen gehen ueber in Lavafelder, wo meilenweit nur Stein zu sehen ist, ploetzlich wird es wieder gruen, dann Regenwald, dann Regionen, wo alle Graeser total vertrocknet und wie verbrannt aussehen...

Am Black Sand Beach (warum der wohl so heisst..) haben wir einen Halt gemacht und Riesenschildkroeten aus naechster Naehe gesehen, die dort am Ufer "gegruendelt" (Insider ;-) ) haben.



Der Sand war auch faszinierend, denn es war fast so, als waere der Strand asphaltiert.



Ins Wasser sind wir jedoch nur mit den Fuessen gegangen, denn die naechste Station war Volcano, wo der Nationalpark um 5 Uhr schliesst und man auch bis dann im B&B eingecheckt haben sollte.
Unser B&B war ein "Hexenhaeuschen" von 1912 und als wir spaeter im Dunkeln ankamen, war sonst niemand da- das war schon etwas unheimlich.

Wir sind auf den Tipp von Suzette (das war echt Gold wert, denn den Rest unseres Big-Island-Aufenthaltes haben wir quasi um ihre Tipps drumrum gebastelt) noch in den Nationalpark gefahren, denn das Museum dort ist bei vulkanischer Aktivitaet auch langer als 5 Uhr geoeffnet. Dort ist eine aktuelle Caldera des Kilauea-Vulkans zu sehen. Als wir amkamen, war es noch hell und man hat nur den (giftigen Sulfur/Sulfid/Sulfat (?) (bin ja keine Chemikerin) ) Dampf aus dem Krater kommen gesehen.



Im Museum hat uns dann ein freundlicher Ranger noch einiges erzaehlt und als es dann dunkel war, konnte man die Magma aus dem Krater schimmern sehen. Das war schon sehr faszinierend, neben der schieren Groesse des Areals und dem Bewusstsein, dass da etwas brodelt, was kein Mensch beeinflussen kann!



Den naechsten Tag haben wir dann auch im Nationalpark verbracht und weiter "die Wunder dieser Erde" bewundert. Nach einem kurzen Trail durch eine Lavatube (wie sie entsteht, habt ihr glaube ich schneller gegoogelt, als dass ich es beschrieben habe) und einen Regenwald (der ueberhaupt nicht regnerisch war), war unser urspruenglicher Plan schon abgearbeitet. Vom Parkplatz aus konnte man aber auch den Iki Crater Trail machen.



Man konnte von oben in diesen Krater reinsehen und urspruenglich wollte ich nur mal auf einem erkalteten Lavafeld stehen (siehe Bild).


Als wir dann aber unten waren, haben wir uns gedacht, dass es ja doch schoener ist, den Rundweg zu gehen, als da wieder hoch zu gehen, wo man runter gekommen ist. Ohne Wasser oder sonst was dabei war das unsere persoenlicher "Devastation Trail" (der eigentlich so benannte Trail fuehrt 0,8 Meilen durch ein Gebiet, wo erforscht wird, wie die Vegetation wieder anfangt zu wachsen). Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Der Ausbruch war Ende 1959 (kurz nachdem Hawaii ein Staat der USA wurde - man mag spekulieren, ob es Zusammenhaenge gibt und was die Hollywood-Studios damit zu tun haben ;-) ) und seit 15 Jahren erst ist der Krater soweit erkaltet, dass man dort wandern kann!

Nachmittags sind wir dann noch in einem grossen Meerwasser-Becken gewesen, das durch unterirdische Hitze (durch vulkanische Aktivitaet) aufgewaermt wird und so haben wir noch ein bissche Zeit in der Salzwasser-Badewanne verbracht und uns den Pieks-Angriffen der ca. 3 cm grossen Fische (which "may become aggressive", laut Info-Schild) ausgesetzt.



Echte Lava, die ins Meer fliesst, wollten wir eigentlich auch noch sehen und sind deshalb an einen bestimmten Ort JWD gefahren. Mit Taschenlampe ausgeruestet (es wird sehr frueh sehr dunkel auf Hawaii) sind wir losgelaufen, haben aber gottseidank ein entgegenkommendes Ehepaar getroffen, die wir gefragt haben, ob es sich lohnt, man Lava sieht und wie weit es noch ist. Da man weder Lava sehen konnte und die beiden seit nachmittags unterwegs waren, haben wir unsere Tour abgebrochen und sind nach Hilo in unsere Unterkunft gefahren.

Hilo ist die einwohnerstaerkste Stadt der Big Island, deshalb hatten wir den ganzen naechsten Tag dort reserviert. Wir waren aber schnell durch (inkl. Farmer`s Market, Lilikoani`s Garden und Coconut Island), sodass wir den Nachmittag am Meer verbringen wollten. Merke jedoch: Nicht alles, was Beachpark heisst, hat Sandstrand und man kann dort ins Wasser gehen. Im Endeffekt war es ein auf-der-gruenen-Wiese-Liegen mit Meeresrauschen, das das Meer von Steinen/Felsen durchsetzt war und die Wellen auch nicht zu verachten.

Nach zwei Naechten Hilo und immer wieder der Frage, was und wo essen wir (und Fast Food im Endeffekt immer die Preis-Sattmachungs-Faktor beste Alternative war), haben wir auf der Fahrt Richtung Kona in einem Deli in einem Dorf im Norden eine typisch-amerikanische Erfahrung gemacht. Die Leute und das Essen und die Einrichtung waren einfach so, wie in einem Film, wo irgendwelche Leute Plaene machen, wie sie die Bank ueberfallen, ihre Familiengeschichte ausrollen oder, oder.

Unterwegs waren wir auch beim Punalu`u Lookout, dort kann man in das Punalu`u-Valley runter gucken, wo (angeblich) alles noch sehr unberuehrt ist.


Kurz vor Kona, wo wir die letzte Nacht verbracht haben, waren wir an einem Strand (leider faellt uns beiden der Name gerade nicht ein), der zu einem der schoensten Straende der USA gewaehlt wurde. Es war tatsaechlich super, das Wasser angenehm, die Wellen so, dass man drin "toben" (sagt man das in unserem Alter noch?) konnte und am Strand konnte man auch gut liegen.



In Kona selbst standen dann alle Zeichen auf Ironman (der gestern, also am 9. stattfand): Jeder Shop hat irgendwelche "offiziellen" Ironman-Produkte und die Triathleten tummeln sich. Das war besonders am naechsten Morgen schoen anzusehen: Olli und ich genossen unser Pancake-Fruehstueck mit Blick aufs Meer, wo die Triathleten die Kalorien wieder abtrainiert haben :-)

Mittags verliessen wir dann Big Island, eine wirklich naturmaessig absolut faszinierende Insel, in Richtung Oahu, das uns fuehlen liess, als waeren wir statt nur 40 Minuten ein paar Inseln weiter 8 Stunden nach Japan geflogen.
 Dazu jedoch im naechsten Eintrag mehr... (wir machen heute wieder Fliessband-Blog-Schreiben)

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Zur Lage der Nation(en)

Laura und ich sind heute gut in Fiji angekommen - nachdem wir 10 super Tage auf Hawaii (Big Island & Oahu) hatten. Da leider sowohl auf Hawaii als auch hier auf unserer ersten Station in Fiji das Internet "schweine"-teuer ist (1,50 Dollar für 10 Minuten), hoffen wir, unsere Erlebnisse und zugehörigen Bilder im Laufe der nächsten Woche(n) nachreichen zu können. Morgen geht es aber erst einmal für 2 Tage auf eine andere "Fiji"-Insel - dort werden wir defninitiv kein Internet haben - Updates gibt es also frühstens ab Samstag :-)
Viele Grüße nach Deutschland,
Laura und Olli

Sonntag, 26. September 2010

Oaxaca - Ein Bildband

Da wir nun mehr 42h nur mit kurzen Schlafphasen ueberbrueckt haben, um von Mexico City nach Hawaii (Kona, Big Island) - via Los Angeles und Seattle - zu gelangen, euch aber dennoch auf den aktuellen Stand bringen wollen, werden unsere Erlebnisse aus Oaxaca in Bildform dargestellt.
Was zu lesen gibt es in den 2 vorigen Posts - im Gegensatz zu Mexico trifft man auf Hawaii tatsaechlich auf schnelle Internetzugaenge (in Rudeln!) und kann somit auch ein paar mehr Bilder hochladen.
Ganz unten gibt es zwei aktuelle Fotos aus Hawaii!
Viele Gruesse - Laura & Olli

2 Tage Oaxaca:

Der Baum von Tule - mit dem groessten Durchmesser eines Baumes weltweit
Zudem ist er steinalt. 
Weberdorf in Valle de Teotitlan - alle Farben (welche die Dame hochhaelt) sind auf natuerlichem Wege entstanden (keine synthetischen Farbstoffe!).
Mezcal Degustation mit anschliessender Verkaufsveranstaltung - Tequila ist eine Form des Mezcal , wobei dessen  Herstellung aufwaendiger und mit einer anderen Agavenart geschieht.
Mitlan, eine weitere Ausgrabungsstaette - zu beachten sind die Sandsteinmosaike, die ohne Moertel seit ueber 600 Jahren halten.
Weitere Ruinen in Yagul, umgeben von faszinierenden Kakteenwaeldern und super Ausblick (Sonnenhanglage!).
Schoene Landschaft (FAST wie in Oesterreich).
Mannschaftsfoto.
Selbstportrait.
Monte Alban - dabei unter Montezumas Rache gelitten.


Und hier die ersten Fotos aus Hawaii:

Laura und Olli nach 42h Reisevergnuegen.
Meer sein.

Downtown Mexico City

Wer jetzt glaubt, dieser Eintrag befasst sich mit schicken Bars (besser: Lounges), Restaurants und teuren Modegeschaeften liegt falsch: direkt gegenueber von unserem Hostel (also Downtown/historisches Stadtzentrum) befindet sich eine der wichtigsten Ausgrabungsstaetten Mexicos: Templo Mayor.



Dieser Tempel war das Zentrum des Imperiums der Azteken bis er 1521 von den Spaniern zerstoert wurde - und aus dessen Steinen die Kathedrale gebaut wurde, welche namensgebend fuer das Hostel ist, in dem wir wohnen. Erstaunlich ist, dass der Tempel erst 1978 entdeckt wurde. Dementsprechend sind immer noch nicht alle angrenzenden (und darunterliegenden) Strukturen freigelegt, was auf Grund der dichten Bebauung Mexico Citys mittelfristig wohl auch nicht zu bewaeltigen ist.
Um den Tempel besichtigen zu koennen, wurden Planken und Wege ueber und durch die Ruinen gezogen. Somit konnten wir (bei wiedermal gutem Wetter) die Ausgrabungen besichtigen.



Anschliessend sind wir noch in das zugehoerige Museum gegangen, in dem wir die Funde, die innerhalb des Tempels gemacht wurden, angeschaut haben. Die Ausstellung war zwar nicht mit der im Nationalmuseum fuer Anthropologie zu vergleichen, aber dennoch sehr interessant, da man zu den einzelnen Stuecken den Ort zuordnen kann, an dem sie gefunden wurden.


Ausserdem konnten wir bei den "Sanitarios" Sozialstudien durchfuehren: Eine mexikanische Grundschule (alle schoen in Uniform und die Maedels sogar mit der gleichen Haarschleife) musste genau zur gleichen Zeit aufs Klo wie wir. Olli kam direkt dran, da die Schul-Jungs schon fertig waren. Ich hingegen musste noch ca. 25 Maedels vor mir passieren lassen...

Da wir noch etwas Zeit hatten, bis der Bus nach Oaxaca abfuhr, sind wir in der Fussgaengerzone in ein Eiscafe gegangen. Dort gab es riesige Baellchen und in Deutschland nicht alltaegliche Sorten: Laura hatte die Sorte "Mango-Chili" und ich "Blueberry". Da es in dem Cafe sehr gemuetlich war, haben wir uns direkt noch einen Kaffee gegoennt.


Anschliessend ging es mit der Metro zum Busterminal. Da Berufsverkehr herrschte, gibt es einen abgetrennten Bereich fuer alleinreisende Damen. Warum das so ist, haben wir am eigenen Leib erfahren - ich glaube so nahe wie in dieser Bahnfahrt war mir bis jetzt noch kein anderer Mann :-) Laura musste sich dann dazwischenquetschen *g*

Am Busterminal haben wir uns dann bei Domino´s eine Pizza (jeder eine!) geholt. Lustig war, dass die Verkaueferin die Pizza nicht in ihrer eigenen Filiale in den Ofen geschoben hat sondern hat liefern lassen. Da sie warm und sehr lecker war (nicht die Verkaueferin!), haben wir darueber hinweggesehen.
Die Busfahrt (6h) nach Oaxaca war dann ziemlich anstregend. Der Busfahrer hoerte Merengue, auf den Fernsehern liefen bis um Mitternacht Disney Filme (u.a. G-Force: Agenten mit Biss) und der Ton dazu in ohrenbetaeubender Lautstaerke ueber abschaltbare Lautsprecher ueber den Sitzen. Leider waren viele Kinder im Bus... Selbst meine Versuche, via Kopfhoerer + Ipod abzuschalten und zu schlafen, wurden durch die Fahrweise des Busfahrers boykottiert. Eine Militaerkontrolle irgendwo im Nirgendwo machten dann mein Glueck perfekt. Fuer die Rueckfahrt nach Mexico City haben wir einen "Platinum"-Bus gebucht - eigentlich kann es nur besser werden :-)

Viele, viele Steine und ein Schrein

Bestimmt hat jeder schon mal Bilder vom Sonnen- oder Mondtempel in Mexico gesehen (auch ohne zu wissen, welche es sind). Da die Metro leider nicht so weit faehrt, haben wir an einer Tour teilgenommen, die von einer Tour-Agentur (schoenes Wort, reimt sich ;-) ) angeboten wurde.



In 2 Minibussen haben wir einige Sehenswuerdigkeiten "erfahren", die im Norden Mexico-Citys liegen. Der Tourguide hat sehr gut erklaert, sodass wir einiges mitgenommen haben. Und er hat sich auch gefreut wie ein Keks, als er erfahren hat, dass wir aus Koeln kommen. Da war er angeblich im Maerz und hat Gluehwein getrunken ;-)



Zuerst ging es nach Tlatelolco, einer praespanischen Ansiedlung, die von diversen Voelkern nacheinander genutzt wurde. Hier war es interessant zu sehen, wie die Tempel vergroessert wurden, indem quasi eine Huelle drumherum gesetzt wurde. Ganz anschaulich wird es durch die russischen Matrjoschka-Puppen, die nach einem aehnlichen Prinzip aufgebaut sind.




Ziemlich schockierend war dann die Geschichte, die hinter dem Plaza de las 3 Culturas steckt: Hier fand 1968 ein Massaker statt, zu dem sich die Regierung erst seit 1998 bekennt. Die Einschussloecher auf den Steinplatten liessen neben dem ganzen "Uralt-Kram" relativ neue Geschichte ganz schoen real werden.
Zur "Reinwaschung" sind wir dann zum Schrein der Jungfrau von Guadalupe (siehe letzter Eintrag) gefahren. 




Wobei Schrein eine ziemliche Untertreibung ist, denn um diesen Stofffetzen mit der Jungfrau drauf herum ist ein riesengrosses Wallfahrtsgelaende. Die alte Basilika wurde im Laufe der Zeit zu klein, ausserdem kippt sie nach links ab (warum der schiefe Turm von Pisa nur so beruehmt ist- hier gibt es ganz viele Gebaeude, die schief stehen...). Das war ziemlich komisch, sich darin zu bewegen, weil der Kopf denkt, dass der Boden doch gerade sein muss, man aber trotzdem bergauf laufen muss. 



Nach einem Gang durch den Park, der zu der Stelle fuehrt, wo das Wunder (dieser Stofffetzen) empfangen wurde, ging es dann Richtung Teotihuacan.
Aaber: nicht direkt zum Ziel unserer Reise, den Tempeln. Erst haben wir der Familie Martinez einen Besuch abgestattet. Seitdem ist glaube ich die Agave meine Lieblingspflanze, die ist so vielseitig nutzbar, als Nadel und Faden, als Papier und weiteres mehr- und nicht zu vergessen auch Tequila, den wir verkoestigen durften. Gut, dass es danach  Essen von einem mexikanischen Buffet gab. Mit (mindestens) zwei kulinarischen Premieren: Wir haben Kaktus gegessen und Tamarind getrunken.

Endlich ging es danach dann auf das Tempelgelaende. Insgesamt waren wahrscheinlich mehr Souvenirverkaeufer als Besucher dort unterwegs, sodass "No, gracias" unsere meistgesprochenen Worte diesen Tages wurden.
Es war sehr gut, dass unser Guide am Anfang noch einiges erklaert hatte: Mir waren naemlich direkt die schoenen Kiesel zwischen den grossen Steinen aufgefallen und ich habe die alten Kulturen schon fuer ihre Kreativitaet gelobt. Es ist jedoch so, dass diese Kiesel von den Archaeologen dorthin geklebt werden, wo schon restauriert ist. Dieses Wissen ist uns auch bei allen weiteren Ruinen, die wir noch gesehen haben, sehr nuetzlich gewesen.


Teotihuacan in kurz ist einfach nur Wow! Es ist total faszinierend, was die Menschen vor so langer Zeit schon gebaut haben! Ebenso die Tatsache, dass noch so viel unter anderen Staedten liegt und die Ausgrabungen immer weiter gehen. Beim Anblick der Archaeologen, die da in bruetender Sonner mit dem Pinselchen arbeiteten, haben Olli und ich Umschulungsplaene zum Archaeologen ganz schnell verworfen :-).
Das Gelaende, was man begehen kann, ist ca. 3 Quadratkilometer gross und man kann auf viele Tempel drauf gehen und die Aussicht geniessen, die umso schoener ist, nachdem man Stufen erklommen hat, die man von keinem DIN-Amt genehmigt kriegen wurerde... Wir waren einfach nur fasziniert, denn in live kommt man sich nochmal viel kleiner daneben vor, als wenn man Fotos sieht!
Ueberwaltigt von den Eindruecken hat dann auf der Rueckfahrt der ganze Minibus geschlafen (ausser dem Fahrer hoffentlich..)

Bildbeweis-Beweisbild
Strasse der Toten (vom Mondtempel betrachtet)

Sonnentempel
Katzensprung vom Sonnen- zum Mondtempel

Laura sorgt fuer eine Mond(tempel)finsternis
Back to Reality ging es dann abends noch zu McDonalds, weil kein Laden Quark oder Joghurt oder etwas aehnliches verkauft hat, worauf wir nach dem reichhaltigen Mittagsbuffet eigentlich Lust hatten...

Donnerstag, 23. September 2010

¡Viva Mexico! - part 2

Nachdem wir noch ein wenig durch den Zoo geschlendert sind, haben wir uns entschieden auch noch das nahe gelegene Anthropologische Nationalmuseum Mexicos zu besuchen. Da der Zoo sich in einem grossen Park befindet (der an dem Sonntag sehr gut besucht war) mussten wir eine ganze Weile suchen, bis wir das Museum letztendlich gefunden hatten. In dem Park habe ich auch gelernt, sich nie zu schnell zu bedanken, wenn man an einem Buedchen eine Wasserflasche kauft, da man sonst kein Wechselgeld mehr zurueckbekommt (und mangels Spanischkenntnissen meinerseits bzw. Englischkenntnissen verkaueferseits nur eine geringe Chance besteht, das Wechselgeld zu bekommen - vor allem, wenn die Getraenke nicht ausgepreist sind *g*).
Das Gebaeude des Nationalmuseums gilt architektonisch als eines der drei wichtigsten (modernen) Gebaeude Mexicos, neben dem Aztekenstadion und dem Schrein fuer die Jungfrau von Guadalupe.

Innenhof des Museums

Blick auf einen Fluegel des Museums

Die Ausstellungsstuecke des Museums umfassen nahezu die gesamten Geschichte Mexicos und reichen von Nachbildungen der Lebensbedingungen der indogenen Einwohner (Kleidung, Werkzeuge, Tagesablauf..) bis hin zu riesigen Steintafeln und Altaeren aus den vielen Ausgrabungsstaetten Mexicos (unter anderem aus Teotihuacan - siehe naechster Post).

Abbild einer Laura
Abbild eines Olli

Auch auf dem Rueckweg haben wir den ein oder anderen Umweg genommen - der langen Reisezeit am Vortag sowie dem anstregenden Tag (bei viel Sonnenschein) mussten wir etwas Tribut zollen ;-)
Am Hostel angekommen haben wir uns noch in das sich im Gebaeude befindende Restaurant gesetzt, etwas Kleines gegessen - und hatten dann riesen Stress, da sich beim Bilderspeichern ein Trojaner auf unsere Festplatte/SD-Karte eingeschlichen hat. Gluecklicherweise (wenn man hier davon sprechen kann) sind aber nur die Bilder vom Trip zum Zuckerhut verlorengegangen - siehe einige Posts weiter hinten).