Sonntag, 26. September 2010

Oaxaca - Ein Bildband

Da wir nun mehr 42h nur mit kurzen Schlafphasen ueberbrueckt haben, um von Mexico City nach Hawaii (Kona, Big Island) - via Los Angeles und Seattle - zu gelangen, euch aber dennoch auf den aktuellen Stand bringen wollen, werden unsere Erlebnisse aus Oaxaca in Bildform dargestellt.
Was zu lesen gibt es in den 2 vorigen Posts - im Gegensatz zu Mexico trifft man auf Hawaii tatsaechlich auf schnelle Internetzugaenge (in Rudeln!) und kann somit auch ein paar mehr Bilder hochladen.
Ganz unten gibt es zwei aktuelle Fotos aus Hawaii!
Viele Gruesse - Laura & Olli

2 Tage Oaxaca:

Der Baum von Tule - mit dem groessten Durchmesser eines Baumes weltweit
Zudem ist er steinalt. 
Weberdorf in Valle de Teotitlan - alle Farben (welche die Dame hochhaelt) sind auf natuerlichem Wege entstanden (keine synthetischen Farbstoffe!).
Mezcal Degustation mit anschliessender Verkaufsveranstaltung - Tequila ist eine Form des Mezcal , wobei dessen  Herstellung aufwaendiger und mit einer anderen Agavenart geschieht.
Mitlan, eine weitere Ausgrabungsstaette - zu beachten sind die Sandsteinmosaike, die ohne Moertel seit ueber 600 Jahren halten.
Weitere Ruinen in Yagul, umgeben von faszinierenden Kakteenwaeldern und super Ausblick (Sonnenhanglage!).
Schoene Landschaft (FAST wie in Oesterreich).
Mannschaftsfoto.
Selbstportrait.
Monte Alban - dabei unter Montezumas Rache gelitten.


Und hier die ersten Fotos aus Hawaii:

Laura und Olli nach 42h Reisevergnuegen.
Meer sein.

Downtown Mexico City

Wer jetzt glaubt, dieser Eintrag befasst sich mit schicken Bars (besser: Lounges), Restaurants und teuren Modegeschaeften liegt falsch: direkt gegenueber von unserem Hostel (also Downtown/historisches Stadtzentrum) befindet sich eine der wichtigsten Ausgrabungsstaetten Mexicos: Templo Mayor.



Dieser Tempel war das Zentrum des Imperiums der Azteken bis er 1521 von den Spaniern zerstoert wurde - und aus dessen Steinen die Kathedrale gebaut wurde, welche namensgebend fuer das Hostel ist, in dem wir wohnen. Erstaunlich ist, dass der Tempel erst 1978 entdeckt wurde. Dementsprechend sind immer noch nicht alle angrenzenden (und darunterliegenden) Strukturen freigelegt, was auf Grund der dichten Bebauung Mexico Citys mittelfristig wohl auch nicht zu bewaeltigen ist.
Um den Tempel besichtigen zu koennen, wurden Planken und Wege ueber und durch die Ruinen gezogen. Somit konnten wir (bei wiedermal gutem Wetter) die Ausgrabungen besichtigen.



Anschliessend sind wir noch in das zugehoerige Museum gegangen, in dem wir die Funde, die innerhalb des Tempels gemacht wurden, angeschaut haben. Die Ausstellung war zwar nicht mit der im Nationalmuseum fuer Anthropologie zu vergleichen, aber dennoch sehr interessant, da man zu den einzelnen Stuecken den Ort zuordnen kann, an dem sie gefunden wurden.


Ausserdem konnten wir bei den "Sanitarios" Sozialstudien durchfuehren: Eine mexikanische Grundschule (alle schoen in Uniform und die Maedels sogar mit der gleichen Haarschleife) musste genau zur gleichen Zeit aufs Klo wie wir. Olli kam direkt dran, da die Schul-Jungs schon fertig waren. Ich hingegen musste noch ca. 25 Maedels vor mir passieren lassen...

Da wir noch etwas Zeit hatten, bis der Bus nach Oaxaca abfuhr, sind wir in der Fussgaengerzone in ein Eiscafe gegangen. Dort gab es riesige Baellchen und in Deutschland nicht alltaegliche Sorten: Laura hatte die Sorte "Mango-Chili" und ich "Blueberry". Da es in dem Cafe sehr gemuetlich war, haben wir uns direkt noch einen Kaffee gegoennt.


Anschliessend ging es mit der Metro zum Busterminal. Da Berufsverkehr herrschte, gibt es einen abgetrennten Bereich fuer alleinreisende Damen. Warum das so ist, haben wir am eigenen Leib erfahren - ich glaube so nahe wie in dieser Bahnfahrt war mir bis jetzt noch kein anderer Mann :-) Laura musste sich dann dazwischenquetschen *g*

Am Busterminal haben wir uns dann bei Domino´s eine Pizza (jeder eine!) geholt. Lustig war, dass die Verkaueferin die Pizza nicht in ihrer eigenen Filiale in den Ofen geschoben hat sondern hat liefern lassen. Da sie warm und sehr lecker war (nicht die Verkaueferin!), haben wir darueber hinweggesehen.
Die Busfahrt (6h) nach Oaxaca war dann ziemlich anstregend. Der Busfahrer hoerte Merengue, auf den Fernsehern liefen bis um Mitternacht Disney Filme (u.a. G-Force: Agenten mit Biss) und der Ton dazu in ohrenbetaeubender Lautstaerke ueber abschaltbare Lautsprecher ueber den Sitzen. Leider waren viele Kinder im Bus... Selbst meine Versuche, via Kopfhoerer + Ipod abzuschalten und zu schlafen, wurden durch die Fahrweise des Busfahrers boykottiert. Eine Militaerkontrolle irgendwo im Nirgendwo machten dann mein Glueck perfekt. Fuer die Rueckfahrt nach Mexico City haben wir einen "Platinum"-Bus gebucht - eigentlich kann es nur besser werden :-)

Viele, viele Steine und ein Schrein

Bestimmt hat jeder schon mal Bilder vom Sonnen- oder Mondtempel in Mexico gesehen (auch ohne zu wissen, welche es sind). Da die Metro leider nicht so weit faehrt, haben wir an einer Tour teilgenommen, die von einer Tour-Agentur (schoenes Wort, reimt sich ;-) ) angeboten wurde.



In 2 Minibussen haben wir einige Sehenswuerdigkeiten "erfahren", die im Norden Mexico-Citys liegen. Der Tourguide hat sehr gut erklaert, sodass wir einiges mitgenommen haben. Und er hat sich auch gefreut wie ein Keks, als er erfahren hat, dass wir aus Koeln kommen. Da war er angeblich im Maerz und hat Gluehwein getrunken ;-)



Zuerst ging es nach Tlatelolco, einer praespanischen Ansiedlung, die von diversen Voelkern nacheinander genutzt wurde. Hier war es interessant zu sehen, wie die Tempel vergroessert wurden, indem quasi eine Huelle drumherum gesetzt wurde. Ganz anschaulich wird es durch die russischen Matrjoschka-Puppen, die nach einem aehnlichen Prinzip aufgebaut sind.




Ziemlich schockierend war dann die Geschichte, die hinter dem Plaza de las 3 Culturas steckt: Hier fand 1968 ein Massaker statt, zu dem sich die Regierung erst seit 1998 bekennt. Die Einschussloecher auf den Steinplatten liessen neben dem ganzen "Uralt-Kram" relativ neue Geschichte ganz schoen real werden.
Zur "Reinwaschung" sind wir dann zum Schrein der Jungfrau von Guadalupe (siehe letzter Eintrag) gefahren. 




Wobei Schrein eine ziemliche Untertreibung ist, denn um diesen Stofffetzen mit der Jungfrau drauf herum ist ein riesengrosses Wallfahrtsgelaende. Die alte Basilika wurde im Laufe der Zeit zu klein, ausserdem kippt sie nach links ab (warum der schiefe Turm von Pisa nur so beruehmt ist- hier gibt es ganz viele Gebaeude, die schief stehen...). Das war ziemlich komisch, sich darin zu bewegen, weil der Kopf denkt, dass der Boden doch gerade sein muss, man aber trotzdem bergauf laufen muss. 



Nach einem Gang durch den Park, der zu der Stelle fuehrt, wo das Wunder (dieser Stofffetzen) empfangen wurde, ging es dann Richtung Teotihuacan.
Aaber: nicht direkt zum Ziel unserer Reise, den Tempeln. Erst haben wir der Familie Martinez einen Besuch abgestattet. Seitdem ist glaube ich die Agave meine Lieblingspflanze, die ist so vielseitig nutzbar, als Nadel und Faden, als Papier und weiteres mehr- und nicht zu vergessen auch Tequila, den wir verkoestigen durften. Gut, dass es danach  Essen von einem mexikanischen Buffet gab. Mit (mindestens) zwei kulinarischen Premieren: Wir haben Kaktus gegessen und Tamarind getrunken.

Endlich ging es danach dann auf das Tempelgelaende. Insgesamt waren wahrscheinlich mehr Souvenirverkaeufer als Besucher dort unterwegs, sodass "No, gracias" unsere meistgesprochenen Worte diesen Tages wurden.
Es war sehr gut, dass unser Guide am Anfang noch einiges erklaert hatte: Mir waren naemlich direkt die schoenen Kiesel zwischen den grossen Steinen aufgefallen und ich habe die alten Kulturen schon fuer ihre Kreativitaet gelobt. Es ist jedoch so, dass diese Kiesel von den Archaeologen dorthin geklebt werden, wo schon restauriert ist. Dieses Wissen ist uns auch bei allen weiteren Ruinen, die wir noch gesehen haben, sehr nuetzlich gewesen.


Teotihuacan in kurz ist einfach nur Wow! Es ist total faszinierend, was die Menschen vor so langer Zeit schon gebaut haben! Ebenso die Tatsache, dass noch so viel unter anderen Staedten liegt und die Ausgrabungen immer weiter gehen. Beim Anblick der Archaeologen, die da in bruetender Sonner mit dem Pinselchen arbeiteten, haben Olli und ich Umschulungsplaene zum Archaeologen ganz schnell verworfen :-).
Das Gelaende, was man begehen kann, ist ca. 3 Quadratkilometer gross und man kann auf viele Tempel drauf gehen und die Aussicht geniessen, die umso schoener ist, nachdem man Stufen erklommen hat, die man von keinem DIN-Amt genehmigt kriegen wurerde... Wir waren einfach nur fasziniert, denn in live kommt man sich nochmal viel kleiner daneben vor, als wenn man Fotos sieht!
Ueberwaltigt von den Eindruecken hat dann auf der Rueckfahrt der ganze Minibus geschlafen (ausser dem Fahrer hoffentlich..)

Bildbeweis-Beweisbild
Strasse der Toten (vom Mondtempel betrachtet)

Sonnentempel
Katzensprung vom Sonnen- zum Mondtempel

Laura sorgt fuer eine Mond(tempel)finsternis
Back to Reality ging es dann abends noch zu McDonalds, weil kein Laden Quark oder Joghurt oder etwas aehnliches verkauft hat, worauf wir nach dem reichhaltigen Mittagsbuffet eigentlich Lust hatten...

Donnerstag, 23. September 2010

¡Viva Mexico! - part 2

Nachdem wir noch ein wenig durch den Zoo geschlendert sind, haben wir uns entschieden auch noch das nahe gelegene Anthropologische Nationalmuseum Mexicos zu besuchen. Da der Zoo sich in einem grossen Park befindet (der an dem Sonntag sehr gut besucht war) mussten wir eine ganze Weile suchen, bis wir das Museum letztendlich gefunden hatten. In dem Park habe ich auch gelernt, sich nie zu schnell zu bedanken, wenn man an einem Buedchen eine Wasserflasche kauft, da man sonst kein Wechselgeld mehr zurueckbekommt (und mangels Spanischkenntnissen meinerseits bzw. Englischkenntnissen verkaueferseits nur eine geringe Chance besteht, das Wechselgeld zu bekommen - vor allem, wenn die Getraenke nicht ausgepreist sind *g*).
Das Gebaeude des Nationalmuseums gilt architektonisch als eines der drei wichtigsten (modernen) Gebaeude Mexicos, neben dem Aztekenstadion und dem Schrein fuer die Jungfrau von Guadalupe.

Innenhof des Museums

Blick auf einen Fluegel des Museums

Die Ausstellungsstuecke des Museums umfassen nahezu die gesamten Geschichte Mexicos und reichen von Nachbildungen der Lebensbedingungen der indogenen Einwohner (Kleidung, Werkzeuge, Tagesablauf..) bis hin zu riesigen Steintafeln und Altaeren aus den vielen Ausgrabungsstaetten Mexicos (unter anderem aus Teotihuacan - siehe naechster Post).

Abbild einer Laura
Abbild eines Olli

Auch auf dem Rueckweg haben wir den ein oder anderen Umweg genommen - der langen Reisezeit am Vortag sowie dem anstregenden Tag (bei viel Sonnenschein) mussten wir etwas Tribut zollen ;-)
Am Hostel angekommen haben wir uns noch in das sich im Gebaeude befindende Restaurant gesetzt, etwas Kleines gegessen - und hatten dann riesen Stress, da sich beim Bilderspeichern ein Trojaner auf unsere Festplatte/SD-Karte eingeschlichen hat. Gluecklicherweise (wenn man hier davon sprechen kann) sind aber nur die Bilder vom Trip zum Zuckerhut verlorengegangen - siehe einige Posts weiter hinten).

Montag, 20. September 2010

¡Viva Mexico!

So, wir holen mit der Berichterstattung auf :-)

Nachdem wir am Wochenende ca. 26h von Rio de Janeiro nach Mexico City gereist sind (via Lima und San Jose) haben wir unser Hostelzimmer im historischen Zentrum Mexico Citys in beschlag genommen. Das Hostel liegt direkt am Platz Zocalo, an dem am Samstag noch heftige Nachwehen der Feier zur 200 jaehrigen Unabhaengigkeit Mexicos zu spueren waren. Diese Chance haben wir uns trotz akutem Schlafmangel und beinahe chronischer Erschoepfung nicht entgehen lassen und sind direkt in die Feierlichkeiten eingetaucht (hier ein Bild von einem Teil des Festschmucks, der nachts beleuchtet war).


Nachdem wir den Platz am naechsten Morgen besichtigt hatten, sind wir auf einen riesengrossen Strassenmarkt gegangen. Dieser belegt quasi ein ganzes Viertel - Angeboten wird alles von gefaelschten Hollister/Abercrombie-Shirts, raubkopierten Konsolenspielen, Modeschmuck bis hin zu gebrannten Pornos.


Das tollste an dem Markt waren die Obststaende, an denen frisch zubereitetes Obst in Beuteln fuer 60 Cent gekauft werden kann - sehr lecker! Auch die (Unmengen an) patroullierenden Polizisten goennen sich regelmaessig Snacks an einem der unzaehligen Obst-/Taco-/Suessigkeiten-Staenden. Das Bild von 3 Polizisten mit jeweils einer Hand an Maschinengewehr und Obsttuetchen muesst ihr euch selbst vorstellen, da wir anstandsweise auf ein Foto verzichtet haben.

Den Rest des Tages haben wir ungezielt Mexico City erkundet. Zwischendrin gab es dann fuer Olli von seiner neuen besten Freundin etwas zu essen und fuer Laura ein paar neue Ohrringe.
Ollis neue beste Freundin
Lauras neue Ohrringe
Danach ging es weiter mit der Metro in den frei zugaenglichen Zoo, wo Olli einen Punkt auf seiner "things-to-do-in-life"-Liste abhaken konnte: einen echten Riesen-Panda beim Geschaeft begutachten. Die Metro war sehr angenehm: schnell, geunstig, sauber und sicher. Allerdings haben wir uns ein wenig selbst wie im Zoo gefuehlt, da wir die einzigen waren, die keine schwarzen Haare und dunklen Hauttyp vorweisen konnten.



Der Rest des Ausflugs folgt, wenn wir uns neues Internet-Guthaben gekauft haben :-)

The Lost Files

Das Ergebnis des Trojaners auf dem Pc des Hostels: Ein Haufen Frust und Ärger gestern Abend und ca. 1,5 h Zeit vor den anderen Pcs verbracht, um alles rettbare zu retten. Letztendlich sind uns die Fotos von dem Trip zum Zuckerhut verlorengegangen - besonders schade im Hinblick auf tolle Fotos mit wilden Aeffchen (siehe unten; habe jetzt alles 3-fach gesichert, mangels Cd-Brenner aber immer noch keine Gewissheit, dass alle Fotos sicher sind...).

An einem der Tage sind wir mit dem Bus zum Zuckerhut gefahren. Dies hat zwar lange (1,5 h) gedauert (Taxi ca 30-45 min), die Fahrweise des Busfahrers und die Gegenden, an denen wir vorbeigefahren sind, haben uns jedoch gut gefallen.

Zum Zuckerhut hoch führen zwei Seilbahnen, welche zu den ältesten der Welt gehören (die Kabinen und die Stationen waren aber sehr modern. Mit der ersten Seilbahn kommt man auf einen dem Zuckerhut vorgelagerten Berg, mit der zweiten dann von diesem Berg hinauf zum Zuckerhut. Sportlich, dynamisch und wanderfreudig wie wir sind (dies zumindest teilweise *g*) und auf Grund des guten Wetters (sonnig, ca 27 Grad), haben wir den kleineren Berg zu Fuß erklommen (ca 300 Höhenmeter). Fuer die Insider: Es sah dort aus wie in Oesterreich ;-). Leider war der Pfad nicht gut/gar nicht beschildert, so dass wir direkt bei der ersten (und insgesamt einzigen)Kreuzung falsch abgebogen sind (was bei den weniger wanderfreudigen Teilnehmern nicht so gut ankam). Zurück auf dem richtigen Weg wollten wir einen Apfel essen und bekamen in dem Augenblick, in dem Laura die Tüte mit den Äpfeln in der Hand hatte, Besuch von kleinen Äffchen. Da wir, rücksichtsvoll wie wir sind, den Äffchen nichts voressen wollten (und füttern verboten ist), haben wir den Apfelsnack verschoben und sind das letzte Stück auf den Berg gewandert. Dort kamen wir erstmal nicht weiter, da die Dame im Tickethäuschen zwischen 12 und 1 Pause macht. Also haben wir den Apfel nachgeholt und die Aussicht genossen.Nach der Mittagspause sind wir dann auf den Zuckerhut gefahren. Dort war es bei weitem nicht so warm und zugleich sehr windig - die Aussicht hat dies jedoch locker wettgemacht.
Der Weg nach unten klappte gut, nur die Sonne hatte sich etwas verabschiedet, so dass der zur "Belohnung" eingeplante Strandaufenthalt stark gekuerzt wurde und sich nach Nordsee im November anfuehlte. Selbst die Drueckerkolonnen am Strand sind von Sonnenbrillen und Bikinis auf Regenschirme umgestiegen.

Am Abend stand dann die Topbegegnung der brasilianischen Liga auf. dem Programm: Fluminense vs. Corinthians (Rio de Janeiro vs Sao Paolo). Herfür wurden wir gegen 20 Uhr von Bruno und Renato abgeholt. Bruno hat letztes Jahr mit Laura in Rotterdam studiert und ist Fan von Fluminense, dementsprechend haben wir während des Spiels, das erst um 22 Uhr begann, im Fanblock der Heimmannschaft gestanden.

Leider konnte das Spiel wegen Bauarbeiten für die anstehende WM in Brasilien nicht im Heimstadion Maracana von Flu stattfinden. Obwohl das Ausweichstadion (Engenhao, hier wurden 2007 die panamerikanischen Spiele ausgetragen) ebenfalls schön ist, war die Zuschauerzahl auf Grund dessen abgelegener Lage bei weitem nicht so hoch wie sie wohl Maracana gewesen wäre. 

Dennoch war die (An-)Spannung vor dem Fussballspiel mit der in Deutschland zu vergleichen (genau wie die Frauenquote im Stadion). Zu allem Überfluss verlor Fluminense trotz Deco (ehem. portugiesischer Nationalspieler) und auf Grund fragwürdiger Entscheidungen des Schiedarichters 1-2. Die Fans von Corinthians waren begeistert...


Knallharte Analyse von Laura: Statt Samba-Fussbal wurden Trial-and-Error Paesse gespielt. Die Torwaerter legten ihre Rolle auch eher defensiv aus(@Nachbars). Dennoch hatten wir einen super Tag, den wir so schnell nicht vergessen werden!
Bruno, Laura, Olli & Renato

Sonntag, 19. September 2010

F***

Eigentlich sollte sich hier jetzt ein neuer Eintrag ueber all die tollen Sachen befinden, die wir in der letzten Woche erlebt haben. Da aber einer der Pcs im Hostel unter Trojanerbefall leidet, bin ich damit beschaeftigt, die letzten uns verbliebenen Bilder zu retten, da viele vom Trojaner unwiderruflich geloescht bzw. veraendert wurden. :-(

UPDATE: Falls der Trojaner nach Virenscans sich nun wirklich nicht mehr auf meiner Festplatte/ USB-Stick/ Sd-Karten befindet, konnten bis auf 2 Tage in Rio alle Fotos gerettet werden. Verloren gegangen sind die Fotos von unserem Trip zum Zuckerhut und von der Reise nach Mexico... Vollständige Ruhe habe ich aber erst, wenn die Bilder für einen Virus unzugänglich auf eine Dvd gebrannt sind (was im Hostel in Mexico City leider nicht möglich ist...).

Mittwoch, 15. September 2010

Carioca - The Big Dude Tour

Da es hier schon seit einer Stunde dunkel ist und wir auf unsere Abholung zum Fussball warten und der PC in der Rezeption gerade frei ist, ein kleines Update zu unseren gestrigen Erlebnissen in Rio:

Wir haben eine ueber das Hostel organisierte Tour mitgemacht - mit 11 anderen Backpackern und einem lustigen Guide in (s)einem Minibus einmal quer durch die Stadt. Von 10-17h haben wir viele Sehenswuerdigkeiten erreicht, die man ohne Auto nur mit Hilfe des Busses (dauert lang und ist teilweise nicht moeglich) oder eines Taxis (teuer und geduldiger (lebensfroher!!) Taxifahrer benoetigt...) besuchen koennte.
Faszinierend ist Tijuca, ein Nationalpark mitten in der Stadt, der gleichzeitig auch fuer gute Luft sorgt. Er ist zudem der groesste Wald innerhalb eines Stadtgebiets weltweit! Dort sind wir zunaechst zu einem Wasserfall gewandert (Fotos schiessen) und weiter zur Christ-the-Redeemer-Statue auf den Corcovado gefahren (noch mehr Fotos schiessen). Neben der Aussicht gab es hier vor allem den Kampf ums beste Foto: Moeglichst viel Jesus und man selbst und moeglichst wenig andere Touristen drum herum, die genau das gleiche Ziel haben...
Auf Grund unserer Durchsetzungsstaerke sind wir zu folgendem Ergebnis gekommen:


Etwas leerer (aber dafuer unwesentlich lauter) kann die Statue hier gesehen werden: Sepultura - Roots

Frisch gesegnet (boese Zungen behaupten ja, Jesus haelt die Arme bereit, um zu klatschen, wenn die Cariocas (Einwohner Rios) anfangen, zu arbeiten) ging es weiter in das Kuenstlerviertel Santa Teresa, in dem wir lokale Kochkuenste ausprobiert haben, in Form des Nationalgerichts Feijoada (bestehend aus quasi-Gulasch, schwarzen Bohnen, Magniok-Wurzeln, einer Kohlsorte und Reis). Auf Anraten unseres Guides haben alle die 1-Personen-Portion jeweils zu zweit gegessen. Ausreichend gesaettigt ging es zur letzten Station der Tour: Den Stufen von Lapa (nicht Laura).



Hier lassen Snoop Dogg, Edward Norton und andere Stars gruessen, die hier gedreht haben. Neben den Stufen, die echt schoen anzusehen sind, war das eigentliche Highlight der Kuenstler selbst: Selaron. Er hatte sich extra fuer uns ganz in Rot gekleidet - siehe Bild :)



Seit 20 Jahren ist er dabei, die Stufen zu gestalten, und wenn er fertig ist, bricht er wieder Fliesen heraus und faengt von vorn an - ein bisschen Verruecktheit gehoert schon dazu! Eigentlich wollten wir den Tag am Strand ausklingen lassen, aber es wurde schon dunkel und den Sicherheitstipp, sich nicht im Dunkeln am Strand aufzuhalten, beherzigen wir lieber. Einen Fehltritt haben wir uns im Supermarkt geleistet: ein durchschnittliches Tiefkuehleis fuer 3 Euro das Stueck (Preise nicht ausgezeichnet...) - in einer Eisdiele haetten wir es sicher besser und guenstiger bekommen...

Jetzt gehts los zum Fussball, Fluminense (RdJ) vs. Corinthians (Sao Paulo), die Topbegegnung der Liga (1. gegen 2.) - aber wir vergessen nie: NUR EINE STADT, NUR EIN VEREIN! (und nein liebe Koelner, ich meine NICHT den FC!)

Montag, 13. September 2010

Ueberlebt - Muecken, Taxifahrer und Tunnel

Wir haben es geschafft- die erste Nacht in der gefaehrlichen Grossstadt Rio ist ueberlebt! Auch die Fahrt vom Flughafen zu unserem Hostel haben wir in atemberaubender Zeit mit einem sehr sportlich fahrenden Taxifahrer gut hinter uns gebracht. Ich habe nur angefangen, mir etwas Sorgen zu machen, als Olli mich auf die fehlenden Notausgaenge in den Tunneln hingewiesen hat...
So, jetzt sind wir also auf der Suedhalbkugel, einer anderen Hemisphaere. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben suedlich des Aequators und habe am Flughafen sofort ueberprueft, ob das Wasser in Waschbecken und Klos tatsaechlich links herum ablaeuft - und das tut es :)
Im Hostel angekommen waren wir erstmal etwas verwirrt, da wir kurz nach Mitternacht von einem Typen empfangen wurden, der nicht nach unseren Namen fragte, sondern nur fragte: "Reservation?", und nachdem wir das bejaht hatten, hat er uns mitgenommen und in ein suesses Zimmer gefuehrt. Wir haben das erstmal angenommen, denn Schlaf war das, was wir in dem Moment am dringendsten brauchten. Heute morgen, bei Tageslicht und mit einem Rezeptionisten, der Englisch spricht, hat sich dann alles aufgeklaert, sodass wir den naechsten 5 Tagen sehr entspannt entgegensehen koennen!
Jetzt geht es erstmal Richtung Supermarkt und dann zum Strand, die Sonnencreme ist schon eingezogen.. :)

Donnerstag, 9. September 2010

Auf geht's, ab geht's - 3 Tage noch!

Hallo zusammen!

Auf diesem Blog könnt ihr ab Sonntag 76 Tage lang verfolgen, wie Laura und ich sprichwörtlich unseren Horizont erweitern und einmal die Welt umreisen. Damit der Text euch nicht erschlägt, könnt ihr sowohl unterhalb der Posts als auch auf der Seitenleiste (rechts) Fotos bzw. die Orte anschauen, an denen diese geschossen wurden.

Bis jetzt habe ich noch keine Reise unternommen, die länger war als diese. Wahrscheinlich liegt dies daran, dass mir Reisevorbereitung so viel Spaß macht wie Fenster putzen. Obwohl den Großteil der Planung und Vorbereitung Laura übernommen hat (ca. 95%), habe ich keine Lust mehr mich mit Eventualitäten und Besorgungen zu beschäftigen - ich will los! Gott sei Dank ist mittlerweile so ziemlich alles in trockenen Tüchern... Da wir neben Reiserucksäcken auch feste Schuhe anschaffen mussten (das waren wohl die 5%, die ich mich auch an der Vorbereitung beteiligt habe) - und man bekanntermaßen Schuhe erst einmal einlaufen muss/sollte - sind Laura und ich letzte Woche in der Wahner Heide wandern gegangen (nahe Köln -> siehe Karte an der rechten Seitenleiste). Neben der Erkenntnis, dass diese Schuhe nicht eingelaufen werden mussten (toll!), konnte ich meine tendenziell spärlichen regionalen Kenntnisse aufbessern. Mir war zumindest nicht bewusst, dass die Belgier das Gelände bis 2004 als Truppenübungsplatz verwendet haben. Offenbar war aber nicht mehr genug Zeit allen Unrat wegzuräumen...

 

Landschaftlich war es zwar nicht langweilig, dennoch freue ich mich RIESIG auf Rio de Janeiro, wo wir uns ab Montag für 6 Tage aufhalten werden (hier ein Bild vom Zuckerhut aus auf die Stadt von 2004).


Jetzt also noch irgendwie die 3 verbleibenden Tage rumkriegen, um dann ab Montag in Rio durchzustarten :-)

Bis bald,

Olli (+ Laura)