Donnerstag, 4. November 2010

From Sydney to Foster

Nach 4 super Tagen in Sydney ging es dann so richtig los. Da wir uns bei der Planung der Reise ueberlegt hatten, dass 6 Wochen "Selbstorganisation im Campervan" vielleicht doch etwas anstrengend sind (vor allem wenn man die zurueckzulegenden Strecken in NZ und AUS beruecksichtigt), haben wir uns fuer die Strecken Sydney - Melbourne und Melbourne - Adelaide eine Busreise gebucht (OZExperience). Die Idee dahinter ist, dass bis zu 15 Leute von einem Guide/Busfahrer die interessanten Orte, die auf der jeweiligen Strecke liegen, gezeigt und erklaert bekommen und man seinen Aufenthalt an den jeweiligen Orten selbst verlaengern kann - die Tour, mit der man gekommen ist faehrt dann weiter und man wird von der naechsten Tour (1-2 Tage spaeter) wieder eingesammelt.

Der erste Stopp der Tour war in Canberra. Die Hauptstadt Australiens ist wie bspw. Brasilia eine Retortenstadt, die vollstaendig auf dem Reissbrett entstanden ist (da sich Melbourne und Sydney nicht einig wurden, wer von den beiden die Hauptstadt sein soll). Dementsprechend trocken und leblos fuehlt sich die Stadt auch an, das Stadtbild wurde geometrisch korrekt aehnlich eines Dreiecks angelegt. Neben dem Kriegsmuseum, dass an die Beteiligung der Australier in zahlreichen Konflikten erinnert, haben wir den Sitz der Regierung besichtigt. Dieser ist frei begehbar (lang lebe die Demokratie!) und beeindruckt vor allem durch seine Architektur und die nahezu verschwenderische Verwendung von Marmor bei der Innenraumgestaltung. Interessant ist zudem, dass es statt der geplanten 200 Mio australischen Dollar 1,1 Milliarden AUD gekostet hat (erinnert an Deutschland?!). Dies lag wohl aber nicht am Marmor, sondern vielmehr daran, dass das Gebaeude mehrstoeckig in den Gevornment Hill eingelassen wurde. Dies hat den Hintergrund, dass der Regierungssitz nicht UEBER den Menschen, sondern auf Augenhoehe stehen soll. Ein interessanter Ansatz (aber teuer...). Der auf dem Regierungssitz thronende Flaggenmast ist uebrigens der schwerste der Welt (wens interessiert *g*).


Nach Canberra ging es weiter nach Thredbo, DEM Wintersport Ort Australiens. Ausserhalb der Saison war dort absolut tote Hose, was uns jedoch nicht davon abhielt, am naechsten Morgen mit dem Sessellift zum "Basecamp" des Mount Kosciuszko zu fahren und den hoechsten Berg Australiens (2228 Meter) zu erklimmen. Dies gestaltet sich in der Theorie einfach, da der gesamte Weg bis oben hin mit Planken belegt ist. In der Praxis sah das etwas anders aus, da viele Streckenabschnitte noch mit Schnee bedeckt waren und unsere Hiking-Schuhe aus diesem Grund zum zweiten Mal (nach Tongariro-Crossing) durchweichten. Zur Spitze des Berges und zurueck zum Sessellift waren es insgesamt ca. 14 Kilometer, die wir im Laufe des Vormittags bewaeltigten und mit super Aussichten (Bild 1) - und dem Wissen, dass wir fuer 1 Minute die hoechsten Menschen auf australischem Boden waren (Bild 2) - belohnt wurden. (Kalt war es dort auch: bei 3 Grad Lufttemperatur und eisigem Wind waren wir ganz froh, als wir wieder im warmen Bus sassen *g*)




Da die Strecke von Sydney nach Melbourne nicht so kurz ist, standen nach der Bergbesteigung erst einmal 6h Fahrt an, die sich auf Grund der engen Schotterstrasse (Barry Way) durch einen Nationalpark mit viel Tierreich dennoch interessant gestaltete. Unter anderem haben wir Emus, Kaenguruhs und Wallabies (kleine Kaenguruhs) gesehen - leider waren sie oftmals zu schnell fuer die Kamera (bzw. den Fotografen)...

Das Ziel der Fahrt war Lakes Entrance, ein kleines Doerfchen am Meer, dass am 90 Mile Beach liegt. Nach einer Portion Fish & Chips ging es dann an besagtes, um den nahenden Sonnenuntergang zu betrachten. Um jedoch zum Meer zu kommen, muss man zunaechst ueber eine Bruecke ueber einen grossen Zubringerfluss gehen. Der Fluss wird von grossen schwarzen Schwaenen mit knallroten Schnaebeln regiert, die sich nicht zu schade sind, nach Essen zu betteln/schnattern.

 

Nach einer Nacht in Lakes Entrance und einigen Stopps an Lookout Points sind wir dann am Vormittag in Foster angekommen. Hier hatten wir von vornherein einen Hop-Off eingeplant und mussten demnach unsere Tour (und unseren lustigen Guide) weiterfahren lassen. Die kleine Jugendherberge (12 Betten), in der wir die naechsten 2 Naechte verbracht haben, war zwar nachts etwas kuehl, sticht aber durch die groessere Persoenlichkeit im Vergleich zu den Massenschlafanlagen, in denen wir bisher in den Staedten waren, heraus. Leider musste ich enttaescht feststellen, dass das Bier "Foster's" nicht in Foster gebraut wird. Nachdem ich das verkraftet hatte, haben wir den ersten Tag entspannt das Doerfchen und die naehere Umgebung erkundet und ein Gefuehl fuer das laendliche Leben in Australien gewonnen - und Kaenguruhfleisch gegrillt und gegessen!

Am zweiten Tag haben wir dann eine Radtour entlang einem stillgelegten Schienenbett unternommen. Der Great Southern Rail Trail ist insgesamt 50 km lang (einfach Strecke). Da unsere gemieteten Fahrraeder uns deutlich zu klein waren, sind wir nach 25 km umgedreht und uns mit der halben Strecke (insgesamt immer noch 50 km) begnuegt.


Zwar haben wir hier keine Koalas/Kaenguruhs/Wombats/Emus gesehen, bis dahin war uns aber auch nicht bewusst, dass Papageien Tannenzapfen essen. Irgendwie geht mir das immer noch nicht in den Kopf - ich bin immer davon ausgegangen, dass sie exotische Fruechtchen knabbern und Kokosnussmilch trinken...


Wie bereits erwaehnt, waren uns unsere Fahrraeder deutlich zu klein - ich glaube 18 Zoll Reifen hatte ich mit 12 Jahren?! Dies fuehrte dazu, dass die eigentlich nicht so steilen Anstiege zu einer wahren Tortur wurden und dass ich heute kaum sitzen kann. Erste Anzeichen dafuer, waren bereits gegen Ende der Radtour zu erkennen (siehe Bild).

Gleich werden wir von der naechsten Tour wieder aufgesammelt und es geht zunaechst in den Nationalpark Wilsons Promontory, bevor der Bus weiter nach Melbourne faehrt.

3 Kommentare:

  1. Hi Ihr Zwei,jetzt bin ich aber enttäuscht. Ich hatte mich so auf meine Lieblingstiere gefreut, die Wombats, Platypus und Spiny Anteaters ...:-) Aber ich gebe zu, die Bilder von Euch auf dem Mini-Fahrrad, Olli im Erschöpfungszustand und Laura als SpyderWoman sind auch nicht schlecht.
    Viel Spass weiterhin down under and do not get confused and get upside down but stay on top of things !!
    Liebe Grüße
    Paps

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  2. Scheint so als würde euch nicht langweilig werden... ich wünsche euch noch ganz viel spaß, erklimmt noch ein paar berge und genießt die umgebung... bei uns sieht es zwar schön herbstlich aus und wir haben temperaturen wie im mai (17°), aber es geht doch nichts über schneebedeckte berge und einen schönen sonnenuntergang am meer
    eure jessica

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  3. Wann gibt es denn mal wieder ein paar Neuigkeiten aus der Ferne???

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